Frankreich

Es war mehr oder weniger Zufall, dass ich mein Austauschjahr in Frankreich verbringen durfte. Anfangs war ich nicht sehr begeistert, weil es sich um ein Nachbarland handelt und ich dachte, dass die geringe Entfernung zu meiner Heimat großes Heimweh verursacht. Als ich in Paris ankam wurde ich gleich Freundlich von meiner 1.Gastfamilie und einigen Rotariern empfangen. Auf dem Weg nach Bouvigny-Boyeffles, meinem ersten Wohnort, hab ich mir die Landschaft angesehen

und mein vorheriger Verdacht bestätigte sich. „ Frankreich unterscheidet sich nicht von Deutschland, bis auf die Sprache!“
Während meinem Austausch habe ich diese Aussage allerdings relativ schnell widerlegt. Es ist unbeschreiblich, aber die beiden Kulturen sind schon sehr unterschiedlich.

Man wird von den Menschen ganz anders behandelt, sie verhalten sich anders, haben andere Vorstellungen und schlicht und einfach eine andere Art und Weise zu leben. Natürlich ist es für Europäer einfacher andere europäische Lebensweisen zu verstehen und anzunehmen, doch Hindernisse gibt es immer und überall.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich nicht in ganz Frankreich ausreichend um Austauschschüler kümmert, was nicht heißen soll, dass diese Personen keine schöne Zeit haben bzw. hatten. Rotex ist in Frankreich so gut wie gar nicht existent. Wenn sich ein Distrikt wie meiner (1520) gut und mit viel Engagement um In – und Outbounds kümmert, dann wird alles von Rotariern und deren Clubs organisiert.
Zu Frankreich ist zu sagen, dass alles insgesamt etwas teurer ist als in Deutschland, doch durch die geringe Entfernung hat man den Vorteil, dass man sich schnell mal etwas von Zuhause schicken lassen kann. Allerdings warne ich davor diesen Vorteil zu oft auszunutzen, da man ja auch irgendwann einmal zurück muss und man nicht sehr viel mitnehmen darf. Im Flugzeug
geht das nicht (25kg)und im Zug möchte man das Ganze sicher nicht immer mitzerren. Also wenn die Eltern zu besuch kommen, dann gleich einen Schwung z.B. Winterklamotten mitgeben.

Franzosen sind sehr nett und ständig hilfsbereit, man findet also schnell Anschluss in der Familie und auch der Schule. Das Schulsystem ist nicht sehr kompliziert und der Unterricht ist nicht zu anspruchsvoll, zumindest im literarischen Zweig.

Anfangs wird man denken, dass alle viel zu schnell sprechen, doch das legt sich schon nach wenigen Tagen.

Wie mit allen Sprachen ist es am Anfang hart, auch wenn man sie schon vorher in der Schule gelernt hat. Es ist doch etwas ganz anderes.
Kulinarisch ist Frankreich absolute Spitzenklassen, gerade für Süßspeisen-liebhaber.
Aber keine Sorge, die Kilos verschwinden nach dem Austausch wie von selbst. Mein Counsellor sagte immer, dass man mit einem großen Grinsen sehr viel erreichen kann, vor allem als Inbound und er hatte Recht. Das gilt aber nicht nur für Frankreich! Also immer schön grinsen und alles wird leichter.

Daniela Wolfsdorf (2002/2003)
 
 
 
 


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